"Bei Jugend Rotstift nicht ansetzen"

Stadtjugendring tagt auch zu Ganztagsschulen

Über eine große Resonanz bei der Mitgliederversammlung des Stadtjugendrings (SJR) am Dienstag freute sich der Vorsitzende Jürgen Tramm. Verschiedene Referate und eine Diskussion über das Thema Ganztagsschulen standen im Mittelpunkt der Sitzung. Einstimmig beschloss der SJR auch die sofortige Mitgliedschaft bei der Ehrenamtsbörse Vehra.

Marliese Köster, Rektorin der Ernst-Reuter-Hauptschule, berichtete ihre Erfahrungen der ersten 100 Tage Ganztagsschule (GTS). Ohne Reklame hätten 183 der insgesamt 282 Schüler das Ganztagsangebot angenommen, was Köster als eine bestätigende Antwort auf die gesellschaftliche Frage nach GTS sieht.

  Die Rektorin berichtete aber auch von Schwierigkeiten, etwa die Mehrbelastung der Lehrer und die verbesserungswürdige Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Sozialpädagogen. Auch Andreas Blum vom Landesjugendring berichtete aus seiner Projektstelle, die er seit Mitte September leitet und die sich die Kooperation der Ganztagsschulen mit den Jugendverbänden zum Ziel gesetzt hat. "Kleine Verbände sind momentan noch nicht in der Lage, an die Schulen zu gehen, da hier die Helfer fehlen", sagte Blum. Er sieht in den GTS aber den positiven Effekt, dass alle Jugendlichen erreicht werden können, auch bildungsferne Kinder. Außerdem hätten die Jugendlichen so Ansprechpartner außerhalb der Schule.

Etwas differenzierter beurteilte Knut Trautwein-Hörl, Stadtjugendpfarrer und Leiter der Evangelischen Jugendfreizeitstätte Gartenstadt, die GTS. So gebe es zeitliche wie auch inhaltliche Überschneidungen mit der Freizeitstätte. Trautwein-Hörl: "Anfangs hatten wir Angst, dass uns die Jugendlichen fern bleiben, aber mittlerweile sind wir ja in das Angebot der Schule integriert und erfreuen uns jetzt sogar einem größeren Zulauf." Man müsse eben einen Standort zwischen Schule und Jugendhilfe finden. "Der verpflichtende Aspekt passt nicht ganz zu unserer Einrichtung. Wir merken aber, dass wir weniger Disziplinprobleme haben, seit wir bestimmte Aktionen auf freiwilliger Basis anbieten", betonte der Stadtjugendpfarrer. Der Kontakt des SJR zu der Ernst-Reuter-Hauptschule soll unbedingt aufrecht erhalten werden.

Tramm erwähnte in seinem Bericht den Wettbewerb gegen rechte Gewalt und die Schülerbundestagswahl. Auch mit den neuen Leuten im Jugendhilfeausschuss sieht Tramm die Chance, die Interessen des SJR gut einzubringen. Das Gespräch mit Oberbürgermeisterin Eva Lohse sei ebenfalls ein wichtiger Punkt in diesem Jahr gewesen. Tramm: "Wir freuen uns, dass zumindest wir bei den finanziellen Einsparungen mit einem blauen Auge davon gekommen sind. Die Leute scheinen zu merken, dass die Jugend wohl der falsche Ort ist, wo der Rotstift anzusetzen ist." (gju)

RON - RHEINPFALZ ONLINE, Donnerstag, 5. Dez , 03:45 Uhr 

  • BDKJ-Bund der deutschen katholischen Jugend
  • CVJM-Christlicher Verein Junger Menschen
  • DGB-Gewerkschaftsjugend
  • ejl-Evangelische Jugend Ludwigshafen
  • SJD-Die Falken
  • Freireligiöse Jugend
  • JDR-Jugend der Rettungsdienste
  • LSJ-Ludwigshafener Sportjugend
  • Naturfreundejugend RLP
  • RDP-Ring der Pfadfinderbünde